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EnBW setzt auf Schnellladeparks

Quelle: Energie & Management Daily

Nur wenige Tage nach der Eröffnung des Schnellladeparks Unterhaching bei München hat EnBW die Inbetriebnahme zahlreicher weiterer bis Ende des Jahres angekündigt.

Neben den 20 Schnellladepunkten in Unterhaching stehen jetzt auch in Wörth in der Region Regensburg 16 ultraschnelle Ladepunkte von EnBW mit 300 kW zur Verfügung, die bisher stärkste Leistungsklasse. Auch in der Stadt Erlangen, ebenfalls in Bayern, steht man, so eine Mitteilung des Karlsruher Energiekonzerns, „in den Startlöchern“. Zwölf weitere Projekte ähnlicher Größenordnung sollen bis zum Jahresende betriebsbereit sein, unter anderem am Weinsberger Autobahnkreuz in der Nähe von Heilbronn in Baden-Württemberg.

Im bayerischen Wörth an der Donau sind im ersten Schritt zwölf High-Power-Charging-Ladepunkte (HPC) entstanden. Elektroautos können dort, je nach Fahrzeugtyp, in nur fünf Minuten bis zu 100 Kilometer Reichweite laden – zu 100 % aus Ökostrom.

Bei zukünftigem größerem Bedarf kann der Schnellladepark auf bis zu 24 HPC-Ladepunkte erweitert werden. Den Strom gewinnt der Ladepark zum Teil direkt vor Ort: Das Dach bietet den Kundinnen und Kunden nicht nur Schutz vor Sonne und Regen – es ist mit vier Photovoltaikmodulen ausgestattet, die jeweils bis zu 9 kW Strom erzeugen können.

Der Ladepark liegt unmittelbar an der A3, an dem Streckenabschnitt, der von Regensburg über Deggendorf nach Passau führt. Er ist aus beiden Fahrtrichtungen zu erreichen. Dem Standort in Wörth ist, so die EnBW, ein wichtiger Kontenpunkt im Versorgungsnetz zu.

Auch kleinere Schnellladestationen sind im Bau

Parallel zu den XXL-Ladeparks wie in Unterhaching in der Nähe des Autobahnkreuzes München Süd und damit auf der Brenner-Route sowie in Wörth will der baden-württembergische Energiekonzern noch 2021 weitere 150 bis 200 kleinere Schnellladestandorte mit vier bis acht Ladepunkten anschließen. „Als größter Anbieter für Schnellladen ist EnBW dieses Jahr auch zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der IAA“, so Sillober mit Bezug auf die erstmals in München laufende Internationale Automobilausstellung (IAA Mobility).

Das Schnellladenetz der EnBW umfasst nach eigenen Angaben mehr als 600 Standorte im gesamten Bundesgebiet. An ihnen fließt nur Ökostrom in die Batterien der E-Autos. Viele sind modular erweiterbar: Bei steigender Nachfrage können sie kurzfristig um weitere Ladepunkte ergänzt werden. Das bisher ehrgeizigste Projekt entsteht am Kamener Kreuz in Nordrhein-Westfalen: Hier baut EnBW den derzeit größten öffentlichen Hochgeschwindigkeits-Ladepark Europas - mit 52 Ladepunkten.

Günter Drewnitzky
Erschienen am 08.09.2021
letzte Aktualisierung am 08.09.2021