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"Es darf keine Sturzgeburt werden"

Quelle: Handelsblatt.com Klaus Stratmann

Originaltitel: NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart warnt vor Kohleausstieg „auf Biegen und Brechen“
Originaluntertitel: NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart weist im Interview die Forderung der Grünen zurück, möglichst sofort einige Kohlekraftwerke stillzulegen. Die Energiewende dürfe nicht noch teurer werden.
Der NRW-Wirtschaftminister Andreas Pinkwart warnt vor einem Kohleaustieg "auf Biegen und Brechen". Der FDP-Politiker sorgt sich um die Versorgungssicherheit der energieintensiven Industrie.
Interview mit NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart | Die Grünen im Bund fordern die sofortige Stilllegung sämtlicher Kohlekraftwerke in Deutschland. Pinkwart empfiehlt den Grünen in Berlin, sich an den Grünen in Nordrhein-Westfalen zu orientieren. Die NRW-Grünen hätten der Braunkohlenutzung bis 2045 zugestimmt. "Außerdem hat Rot-Grün in NRW ein Klimagesetz beschlossen, das eine realistische Reduktion der Treibhausgasemissionen von 1990 bis 2020 um 25 Prozent vorsieht, die wir auch erreichen werden", sagt Pinkwart im Interview mit Handelsblatt.com. Von einem sofortigen Ausstieg aus dem Kohleabbau rät der FDP-Politiker ab: "Was jetzt auf Bundesebene beschlossen werden soll, darf keine Sturzgeburt werden." Die energieintensive Wirtschaft und die Kraftwerksbetreiber würden sich auf "völlig zu Recht" auf Rechts- und Zeitrahmen. Die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen und gleichzeitig wirtschaftlich stark bleiben zu wollen, sei "schon sehr ambitioniert". Die Ziele für 2020 würden nicht am Energiesektor hängen, "sondern an den Sektoren Wohnen und Mobilität". Die fortschreitende Digitalisierung und die Elektromobilität führten auch dazu, "dass wir in der Tendenz mehr Strom benötigen".
Erschienen am 16.05.2018
letzte Aktualisierung am 16.05.2018