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NRW-Konsortium für Giga-Factory plötzlich ohne Schuh

Quelle: Handelsblatt (Auflage: 127.797) Seite 19 Klaus Stratmann, Kathrin Witsch

Originaltitel: Sechs Konsortien wollen Batterien fertigen
Originaluntertitel: Sechs Konsortien bewerben sich um Fördermittel für den Aufbau einer Batteriezellfertigung in
Deutschland. Damit ist das Interesse deutlich größer als angenommen.
Morgen ist Bewerbungsschluss für die Fördermittel zum Aufbau einer großen Akku-Produktion in Deutschland. Nach Informationen des Handelsblattes haben sich sechs Konsortien beworben. Im nordrhein-westfälischen allerdings fehlt der Unternehmer Günther Schuh, der erst den StreetScooter auf die Straße brachte und nun mit dem Kleinwagen Ego selbiges vorhat. Er hat sich kurz vor Ende zurückgezogen, weil große Konzerne wie Volkswagen, Ford und Bosch nur „lose Zusagen“ machten und Ego so in eine Rolle geraten wäre, die Schuh dem jungen und kleinen Unternehmen nicht aufbürden wollte.
Post für das Bundeswirtschaftsministerium: Bis morgen müssen die Anträge der Interessenten-Konsortien eingehen, die eine Förderung für eine Akku-Produktion im großen Stil („Giga-Factory“) für E-Mobile in Deutschland haben wollen. Sechs solcher Konsortien haben sich nach Informationen des Handelsblattes gefunden. Auf einen vielleicht nicht außerordentlich finanzkräftigen, dafür umso prominenteren Konsorten muss dabei aber verzichtet werden: Günther Schuh. Der Professor, Gründer des mittlerweile von der Post übernommenen StreetScooter und danach Gründer des Kleinwagen-Herstellers Ego, ist raus. Kurz vor Toresschluss hat er sich aus dem nordrhein-westfälischen Konsortium abgemeldet. Der Grund: „Wir hatten gehofft, dass den Vorankündigungen verschiedener Partner auch Taten folgen. Aber leider ist es bislang bei unverbindlichen Zusagen geblieben", sagte Schuh dem Handelsblatt. So wäre Ego in eine tragende Rolle im Konsortium geraten – eine Rolle, die Schuh dem jungen Unternehmen nicht zumuten wollte und konnte. So wird das Konsortium jetzt nur noch von BMZ, StreetScooter und TerraE getagen. Die Namen Bosch, Volkswagen und Ford – im Februar noch für diesen Zusammenschluss gehandelt – fehlen im Briefkopf. Mehr als „lose Zusagen“ habe es aber nicht gegeben, bedauert Schuh.
Erschienen am 14.03.2019
letzte Aktualisierung am 14.03.2019