Newsletter und Analysen für die Neue Energiewelt seit 2003

Proteste gegen Trassen: Reden hilft

Quelle: DIE WELT (Auflage: 182.318) Seite 12 Anca Gurzu

Originaltitel: Alle hassen die Trassen
Originaluntertitel: Der Kampf gegen Stromleitungen und Windparks ist keine deutsche Besonderheit mehr: In
ganz Europa wehren sich Anwohner gegen die Auswirkungen der Energiewende
Reden hilft. Das klingt schlicht, hat aber eine tiefere Wahrheit in sich. Und es gilt auch für die Energiewende: Europaweit macht sich immer mehr Widerstand insbesondere gegen die für die Wende erforderlichen Stromtrassen breit. Und überall nutzen das auch politische Populisten für ihre Zwecke, analysiert die Welt. Erfolgreiche Netzbetreiber berichten derweil: Wo den Menschen genau erklärt wird, worum es geht, nehmen die Widerstände ab.
Lange war die Idee von der regenerativen Idee ein Sympathieträger – bis sie vor dem eigenen Fenster stattfand. Inzwischen machen sich mehr und mehr Proteste gegen EE-Großprojekte von Windparks bis „Monstertrassen“ breit. Und das ist keine deutsche Besonderheit: „In ganz Europa werden Investitionen in Milliardenhöhe von Aktivisten und Betroffenen blockiert oder hinausgezögert. Das gefährdet inzwischen sogar die Klimaschutzziele der Europäischen Union,“ schreibt die Welt. Beim Leitungsbau habe das recht schlichte Gründe: Oftmals sei den Menschen nicht klar, dass mit den Hochspannungsleitungen die Basis für eine neue Energie-Zeit gelegt werde, heißt es aus der Vereinigung der europäischen Netzbetreiber. Etwa ein Drittel der für die Energiewende erforderlichen Trassen würden nicht rechtzeitig fertig. Den fehlenden Glauben an den Nutzen der Projekte machen sich dann auch die populistischen politischen Bewegungen selbst zu Nutzen und wettern erstmal gegen alles, was aus Europa kommt. Die Antwort kann nur lauten, sich mit den Menschen und ihren Belangen intensiv auseinander zu setzen, sagt Rosemary Steen vom irischen Netzbetreiber EirGrid: „Sobald Menschen nachvollziehen können, was ihnen vorgelegt wird, verschwinden die Ängste größtenteils.“
Erschienen am 07.11.2018
letzte Aktualisierung am 07.11.2018