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Shell will Lichtblick kaufen

Quelle: die tageszeitung (Auflage: 53.097) Seite 9 Janzing, Bernward

Originaltitel: Ölriese will deutschen Ökostromer schlucken
Originaluntertitel: Shell hat Interesse an der niederländischen Eneco, deren Tochter die Firma Lichtblick ist. Der Konzern hofft auf Ersatz für das perspektivisch schrumpfende Mineralölgeschäft
Der Mineralölkonzern Shell hat Interesse bekundet, den Ökostromanbieter Lichtblick zu kaufen. Shell erwartet durch diesen Schritt eine "gute Möglichkeiten für langfristige Investitionen in eine nachhaltigere Wirtschaft". Ob alle Kunden des Ökostromanbieters das mitmachen, ist offen.
Der Mineralölkonzern Shell hat Interesse an der an der kommunalen niederländischen Eneco-Gruppe bekundet, zu der der Ökostromanbieter Lichtblick seit Dezember 2018 vollständig gehört. Gut 92 Prozent der Anteilseigner hätten sich für einen Verkauf entschieden, sagte ein Sprecher von Eneco auf Anfrage der taz. Man hoffe, den Verkaufsprozess bis Ende diesen Jahres abzuschließen. „Es wird einen Prozentsatz an Kunden geben, die das nicht mitmachen", erwartet Dirk Briese, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens Trendresearch. Zugleich aber betont der Energieexperte auch, dass der Markt sich längst verändert habe, dass die klassische auf die Ökostrombranche einerseits und die atomar-fossile alte Energiewelt anderseits ohnehin überholt sei. Shell war mit seinem Plan, für Lichtblick zu bieten, selbst an die Öffentlichkeit gegangen. „Die Energiewende bietet gute Möglichkeiten für langfristige Investitionen in eine nachhaltigere Wirtschaft", so der Konzern. Man baue bereits die Tätigkeiten in den Bereichen Offshore-Windkraft, Solar und Elektromobilität aus.
Erschienen am 18.01.2019
letzte Aktualisierung am 18.01.2019