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Verschärfter Klimaschutz/Altmaier hält mehr erneuerbare Energien für nötig

Quelle: MBI EnergySource

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält angesichts verschärfter Klimaziele mehr neue Windräder und Solardächer in Deutschland für nötig als bisher angenommen. "Ich rechne damit, dass wir den Ausbau der erneuerbaren Energien noch einmal um bis zu ein Drittel steigern müssen", sagte der CDU-Politiker.
"Für die kommenden Koalitionsverhandlungen werde ich konkrete Vorschläge für neue Ausbauziele vorlegen." Dies betreffe insbesondere Windenergie auf See und an Land sowie Photovoltaik. "Das wird bis 2030 nur durch einen nationalen Kraftakt zu stemmen sein."
Altmaier sagte: "Mit der drastischen Verschärfung des deutschen Klimaschutzgesetzes im Juni und der Vorlage des neuen EU-Klimapaketes im Juli ist klar, dass wir unsere Anstrengungen im Klimaschutz deutlich steigern müssen." Der Minister erklärte: "Wir werden zum Beispiel bis zum Jahre 2030 rund 15 Prozent mehr Strom verbrauchen, weil es auf unseren Straßen viel mehr Elektroautos und in unseren Häusern viel mehr Wärmepumpen geben wird, als bisher zugrunde gelegt.
Gleichzeitig werden wir planmäßig alle Atomkraftwerke stilllegen, und viele Kohlekraftwerke werden schneller als angenommen abgeschaltet werden." 
Die neuen Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien müssten heruntergebrochen werden auf die Bundesländer, damit konkret geklärt werde, wie viel wann und bis wo ausgebaut werde. "Nicht in jedem Bundesland wird der Ausbau-Mix an erneuerbaren Energien identisch sein: Einige Länder setzen stärker auf Wind, andere stärker auf Solarstrom", sagte Altmaier. "Ich werde gemeinsam mit den Energieministern der Bundesländer klären, welche Potenziale zu Verfügung stehen. Im Idealfall ergibt sich dann schnell von selbst ein stimmiges Bild, anderenfalls stehen harte Gespräche bevor: Die gesetzlichen Ausbauziele und die Flächenplanungen der Bundesländer müssen am Ende übereinstimmen." Das sei eine gesamtstaatliche Aufgabe. "Die vier Jahre bis 2025 werden die bisher spannendsten der Energiewende werden."
Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben die Unionsparteien CDU/CSU in einer Umfrage an Zustimmung verloren, während die Grünen zulegen konnten. Nach wie vor ist aber eine Mehrheit jenseits der Union schwer vorstellbar. In der am Mittwoch von der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Allensbach-Umfrage fällt die Union von 31,5 Prozent in der Woche vor der Hochwasserkatastrophe auf nun 30 Prozent. Die Grünen verbessern sich dagegen von 18 auf 19,5 Prozent.
Die SPD verliert leicht von 16,5 auf 16 Prozent. FDP und AfD liegen unverändert bei 12 und 9,5 Prozent. Die Linkspartei legte leicht von 6,5 auf 7 Prozent zu. Für die Mehrheit der Bevölkerung hat das Thema Klimaschutz laut Allensbach-Umfrage durch die Unwetterkatastrophe an Bedeutung gewonnen.

MBI/DJN/cdg/28.7.2021
Erschienen am 28.07.2021
letzte Aktualisierung am 29.07.2021